Die Kunst des schönen Schreibens

Der Uhlenhorster Kalligraf

Von Sarah Hans

Wenn Peter Unbehauen zur Feder greift, werden die Buchstaben zu Bildern. Jetzt hat er einen Kunst-Ratgeber herausgegeben, der auch ungeübten Händen Schritt für Schritt die Kunst des schönen Schreibens vermitteln soll.

Dabei ist der Uhlenhorster Schönschreiber eigentlich Biologielehrer, arbeitet aber als Musiker und betreibt auch noch eine Musikschule. "Jeder, der ein Streichinstrument spielt, kann automatisch auch Kalligrafie", erklärt Peter Unbehauen auf die Frage, wie er denn zu der besonderen Schreibtechnik kam, deren Blütezeit bereits Jahrhunderte zurückliegt.

"Kalligrafie ist nicht wesentlich anders, als einen Bogen über die Saiten eines Instruments zu führen".

Doch was Peter Unbehauen so leicht von der Hand geht, erfordert ein großes Maß an Fingerfertigkeit.

Über diese verfügt der Uhlenhorster Musiker zweifelsohne, spielt er doch Kontrabass, Gitarre, Banjo, Mandoline und Akkordeon und gibt in seiner Musikschule auch Unterricht für zahlreiche weitere Instrumente.

Die Kalligrafie, also das "Schöne Schreiben", hat der freie Künstler "ganz nebenbei" erlernt: zum einen durch die Musik, zum anderen durch sein Interesse an der Geschichte der Schrift.

Aber auch in familiärer Hinsicht trägt der Uhlenhorster gewissermaßen ein "kalligrafisches Erbe" in sich: sowohl seine Mutter wie auch sein Vater beschäftigten sich beruflich mit Kalligrafie, so dass Peter Unbehauen die Schönschrift bereits von Kindesbeinen an vertraut ist.

Kein Wunder also, dass der Autor seine Liebe zur Kalligraphie entdeckte und vor einigen Jahren auch zu seiner Profession machte.

Seit 1992 ist Peter Unbehauen als Dozent für Kalligrafie in der Bildungsstätte Klingberg an der Ostsee tätig und hat sich, neben der Musik mit der schönen Schrift ein zweites Standbein geschaffen.

Dabei hat der gebürtige Hamburger eigentlich Sport und Biologie studiert und strebte eine Laufbahn als Lehrer an. "Ich stellte aber fest, dass ich nur mit motivierten Schülern arbeiten kann", begründet der Kalligraf seine Flucht in die Selbstständigkeit.

Dass ihm das Unterrichten sichtlich Spaß macht, beweisen seine zahlreichen Musikschulkurse, doch anders als in einer staatlichen Schule, "kommen meine Schüler freiwillig zu mir, um ein Instrument zu lernen und bringen somit auch die entsprechende Motivation mit", erklärt der Musiklehrer, der neben seiner Lehrtätigkeit auch noch mit seiner Jazzband auftritt und gemeinsam mit einem Freund als Flötenduo irische Folklore zum Besten gibt.

Daneben ist der passionierte Norddeutsche stets bemüht, deutsches Liedgut zu sichern und sammelt aus diesem Grund bereits seit Jahren Kinder- und Straßenlieder, die in Vergessenheit zu geraten drohen.

Auch seine Leidenschaft für die Kalligrafie betrachtet Peter Unbehauen als eine solche Wahrung deutschen Kulturgutes, als "ein Eintauchen in den eigenen Kulturstrom."

Mit seinem Kunst-Ratgeber gibt der Autor nun einen Leitfaden zum Erlernen des edlen Federstriches. Einer Übersicht über Schreibgeräte, Tinte und Papier folgt eine exakte Beschreibung der richtigen Haltung beim Schreiben.

Sind diese Grundvoraussetzungen erfüllt, werden Füllen und Drehen der Feder erläutert und los geht es mit den ersten Fingerübungen im kalligraphischen Alphabet.

Neben humanistischen und gotischen Kursiven, karolingischen Minuskeln und Majuskeln wird das richtige Aufkanten der Feder sowie das Ein- und Ausschwingen beschrieben.

Wem diese schriftliche Anleitung allein nicht ausreicht, der kann bei Peter Unbehauen auch Kalligrafie-Kurse belegen, in denen der Meister selbst die Kunst des schönen Schreibens lehrt.

Peter Unbehauen: Kalligrafie. Wiesbaden: Englisch Verlag 2004, 80 Seiten, 16,80 Euro.

Weitere Informationen unter:www.peterunbehauen.de oder telefonisch unter 2293002.

Alstermagazin, Hamburg, Nov. 2004 - Die Kunst des schönen Schreibens - Der Uhlenhorster Kalligraf - Von Sarah Hans