Dieses Gedicht schrieb Klaus Groth über meinen Urgroßvater Heinrich «Schipper» Unbehauen (geboren 11. 6. 1848, heiratet 15. 1. 1878 Johanna Kreutzfeld in Burg auf Fehmarn, gestorben 9. 11. 1942 in Kiel)


Klaus Groth: Koptein Poett

Hier die hochdeutsche und englische Übersetzung von Else Buegge-Wood aus Columbus in Ohio/USA

auf Veranlassung von John Kostick - Fehmarn Genealogy Site

 

Kapitän Poett oder Schipper Unbehauen

Aus dem originalen Niederdeutsch von Klaus Groth. Geboren 1819 in Heide/Holstein. Lehrer, zuletzt Professor in Kiel, wo er 1899 starb. Plattdeutscher Dichter ("Der Quickborn").

Ins Hochdeutsche von: Else Buegge-Wood

"Von Ystadt kamen Sie?" fragte der alte Kapitaen, so nannte man ihn und man sah es ihm an; wir trafen ihn im Faehrhaus beim Grogg - Von Ystadt! - Sie! - gelehrter Herr!, von Schweden! "Und mit einem Dampfer! - fŸr die Wissenschaft! - AIles moeglich!, ohne Ladung!,- und von Ystadt!" "Lachs angeln, womoeglich?", sagte er mit Bedenken. - Was ich ihm sage von Forschung, die ganze Ostsee hindurch und an den Kuesten entlangt, das glaubt er nicht, "das bringt keinem Menschen was ein." "Wir fanden auch nichts heraus mit Forschung, denn was die See bedeckt ist ein Geheimnis.

" Man kann doch, sagte ich, fangen was darunter lebt. "Lachs fangen sagte ich, ist so eine Sache," seine Worte waren:, "Lachs gibt es dort bei Ystadt, das ist der rechte Platz, die gibt es dort, das ist mir klar."

Und dabei blieb er.

Aber sein breites Gesicht, wetterhart und voll von Pockennarben, sagte doch mehr, dachte ich, als nur: "Ich glaube das nicht, mache mir nichts vor," freundlich blieb es, nachdenklich trank der alte Kapitaen sein Glas und sah aus dem Fenster Ÿber die See hinaus, als ob es was zu sehen gab, nordwesten rauf, weit Ÿber den Horizont, und sagte for sich hin: "Ystadt!" Sind Sie dort gewesen, Kapitaen?, fing ich dann an zu fragen, dann von Schweden, von Stockholm - aber das stšrte ihn nicht, was ich ihm auch erzŠhlte - nur von Ystadt -

Kennen Sie den Hafen, Kapitaen Poett?

"Ob ich ihn kenne?, meinen Sie, junger Herr?"

War dann seine Antwort, und er drehte sich um, als ob er aus einem Traum erwachte-:

"Hier, genau so wie meineHand", - und dabei zeigte er mir seine Linke, die die Farbe von Eichrinde gleichte, und im Umfang so gro§ wie ein Balast-Schaufel - und jetzt, wie eine gešffnete Schleuse, fing die Unterhaltung an:

"Das war meine erste Reise, ja, und anders als mit einem Dampfer! Die erste und wohl die schlimmste denk= ich, aber auch meine beste Fahrt, die ging nach Ystadt, nach Jahren brachte ich meine beste Fracht nach Haus, das war meine liebe Frau. - So lang ist es her!, - wie lange ist es schon, da§ sieÊ starb,..... und was ich damals erlebt habe, war fast noch schlimmer," sagte der KapitŠn, als ob er weit zurŸck dachte, doch ohne Kummer, nein, da lachte er zuletzt und sagte:

"Ich kann nie an die Fahrt denken, ohne da§ ich die Pflaumen wieder rieche, die getrockneten Pflaumen, verstehen Sie es, mit Seewasser.

Das kommt mir noch hoch in die Nase und im Geschmack, das verge§= ich nicht so alt ich auch werde. - Mein Alter war ein Seemann, richtig von der altmodischen Sorte, und da§ ich Seemann werden musste, ja, das verstand sich, das werden wir alle, hier an der Wasserkante. Mir war es auch recht..

Und nach meiner Konfirmation, da ging es nur um den Heuer-Vertrag und den rechten Kapitaen. Die wurden gefunden. Mein Alter war bekannt mit allen HŠfen an der Ostsee, und jeden Reeder und mit jeden Schiffer.

So war es leicht fŸr ihn, mir eine gute Stelle, ein sicheres Schiff mit einem tŸchtigen Kapitain, and was ihm wichtig war, war eine gute Fahrt, denn nur runter nach LŸbeck oder rauf nach Kiel, meinte er wŠre so eine Lustfahrt fŸr Damen, aber nichts fŸr jemanden der ein richtiger Seemann werden wollte, und auch etwas von der Welt zu sehen bekam.

So bekam ich denn einen Platz als Junge, natŸrlich mit einem KapitŠn von Fehmarn, ein nagelneues Schiff, in Schweden gebaut, ein Schoner, der vor Ystadt anlegte um Fracht aufzuladen, mit einer Ladung Lachs und Heringe ging es dann ins Mittelmeer und nach Triest.

Ich also mit einem anderen Kamerad, ein Leichtmatrose, und noch ein Zimmermann, ein Kerl von den Faroe Inseln, seinen Namen habe ich vergessen, Kross hie§ der andere Bursche, der Leichtmatrose - wir drei gingen mit Schiffer Unbehauen auf seiner Yacht eines Morgens auf See hinaus. Es war im Mai, wir hatten einen Ostwind und segelten glatt den Kours auf nord-nordwest, gleich auf die Linie nach Ystadt zu, dann Schonen.

Drei Tage meinte der Schiffer Unbehauen wŸrde es dauern, hšchstens vier Tage, denn diese Yacht, erzaehlte er uns, sei ein Segler den man selten findet, war ein MeisterstŸck, noch von den alten Conradis gebaut, die gro§e Werft die jetzt die Sšhne haben, neben dem Kieler Schlo§, dicht hinter dem Kattendor.

Ja, das sollen Meister gewesen sein!, und diese, eine Yacht die es nun nicht mehr gibt! Und wir segelten so richtig als ob wir um die Wette fuhren.

Wir drei, schauten schon aus nach Ystadt und dann Schonen. Doch es sollte anders kommen! Der Wind sprang um, zuerst hingen die Segel aber dann fingen sie an zu klappen, die Luft wurde schwŸler, die See wurde grŠ§lich und grau: dann kam ein richtiger nordwest Wind,

Sie werden es kennen, wenn der Hagel peitscht as ob er Nadeln sŠt, und unsere arme Yacht fing an zu tanzen wie bei Musik.

So etwas ist ein schlechtes VergnŸgen, Herr, so ein Tanz, wer das nie gekannt hat, und dazu noch Seewasser von drau§en und von drinnen, und Salzheringe von innen und aussen!

Unser armer Magen war gar umgekrempelt, ja, ich kann es heute noch riechen, wenn ich dran denke - die KŠlte war zum verzweifeln, wir mu§ten kreutzen, und Unbehauen, blau angefroren wie ein Zipfel, rief sein: Kommando zum Umlegen wie ein Posaunen-Engel.

Er hatte einen gruseligen Pudel mit an Bord, ein entsetzliches Luder, ein richtiger Menschenfeind, Er hatte beim Sprachrohr seine HŸtte aus einigen Brettern. Bellen tat das Biest und heulen, mir war=s unbegreiflich, wie er es aushielt die ganzen 23 Tage!

Und jedesmal, wenn ein Sturm auf See kam - ging er in die HŸtte!, knurrte und heulte, sobald es vorbei war kam er wieder raus und bellte.

Nein, Gott vergebe, das war eine Hšllenfahrt. Sogar in der Nacht!, ich mag nicht dran denken, - im Schlaf zu ertrinken ist doch furchtbar! Obendrein kam noch der Hunger in den jungen Magen, als wŠren wir junge Wšlfe!

Halb gekochte Erbsen, Gott, und ranziger Speck, verschimmeltes Brot und was noch zu kriegen war - Runter ging es wie der Tod im armen SŸnder.

Doch bald wurde es knapp, und Unbehauen hielt das Essen unter Schloss und Riegel. Dann gab es Rationen so gro§ wie ein Fingerhut im KŸhlraum.

Nein, ich sage einem war zu Mute, man nahm gebratene Schuh Sohlen als wŠr es Beefsteak. Ich, als JŸngster, lag meistens irgendwo. Ich schlich herum im Schiff, kroch in die Koje, schnŸffelte, bis ich nicht mehr nach Essen suchte. HŠtte Ratten gefressen wenn ich sie gefunden hŠtte.

Dann kam mir in der Koje ein Geruch entgegen, so wie bei unserm KrŠmer, als ich mal da war,- wahrhaftig ein Geruch - es roch nach Pflaumen! -

Und so wie die Maus den Speck riecht, so fand ich die Stelle zwischen der Ladung, dort im Dunkeln fand ich den Sack, wo ich drauf liegen blieb, so wie die Fliege beim Sirup, die Naht war leicht zu lšsen, und ich habe gegessen, - nein wie ich gegessen hab=, das lŠ§t sich nicht beschreiben.

So gut hat nichts je wieder geschmeckt, so lange ich mich erinnere!

Und hŠtte ich mal, was ja nicht passierte, einen Sack voll mit Dukaten - diesen Sack Pflaumen hŠtte ich nicht fŸr reines Gold her gegeben. Na, alles hat ein Ende, und endlich kamen wir, halb todt mit unserer Yacht in Ystadt an.

Doch, ehe wir landeten, kroch ich in den Raum - und pfropfte meine Taschen voll mit Pflaumen, seitdem habe ich so einen Geschmack danach.

Dann wanderten wir drei mit unserem Seesack und verabschiedeten uns vom Schiffer unbehauen, gleich nach Ystadt rein zu unserm Quartier - ich muss sagen ein HŠuschen mit einem Stall dahinter, und in dem Stall ein Loch, dies gehšrte uns.

Der Zimmermann warf seinen Seesack hin, zog seine Stiefel aus, und, was meinen Sie, mein Herr?, - seine Stiefel waren stramm voll von Pflaumen, so wie meine Taschen!

Er hatte auch einen Geschmack dafŸr, so wie ich. ÊDoch was fŸr uns keinen Geschmack hatte, war die Sprache; kein Mensch verstand uns, wir verstanden keine Menschen.

Es klang als sangen sie alle eine Melodie, und unsere Melodie die lautete Hunger und weiter nichts.

Doch wir bekamen was zu essen, wenn's auch schlicht war; und noch ohne Text dazu, wir verzehrten alles wie Futterage weg, mit Rupp und Stupp, die GrŠten vom Fisch, die KŠserinde, die Schwarte vom Speck, bis alles weg war und wir mu§ten ins Lager, unser Loch im Stall.

Da sagte der Zimmermann, und fa§te an die TŸr: Ah, kein †berfall, wenn auch keinen SchlŸssel!

Und so ein Räubervolk, die alle singen und kein Mensch versteht sie! Dann nahm er sein Schnappmesser, klemmte die Tür fest zu, dass keiner einbrechen konnte, h?chstens mit gro§er Gewalt.

So legten wir drei uns ruhig hin zum Schlaf, ja, schlafen, als hŠtten Engel fŸr uns gesungen und keine Posaune waer laut genug uns aufzuwecken.

Und doch, als wir schliefen wie ein Dachs - was war das, was klopfte und rŸttelte an unserer TŸr?

Wir sprangen alle auf. Natürlich dachten wir an Räuber. So ein Pack von Menschen,- die singen anstatt reden!, wir griffen nach irgend etwas.

Wir hšrten es klopfen, und eine Stimme rief, was man deuten konnte als: šffnen! Es schien als Richter und Gericht! -

So war es wohl nštig meinten wir, der Zimmermann zog das Messer weg, die TŸr ging auf, und in der Morgendämmerung?, - was stand da vor der TŸr?

Du lieber Gott! Ja, so ein Schrecken fŸr so junge Burschen, im fremden Land, wo uns keine Seele verstand! - waeren es RŠuber gewesen, kšnnte es gar nicht schlimmer gewesen sein. - Soldaten standen im Hof, Gewehr in der Hand, mit dem Volk hinterher, neugierig und verschlafend.

Wir wurden raus kommandiert, mit Worten und Zeichen, voran ging der arme Zimmermann mit seinem Schnappmesser, er hielt es fest in der Hand vor lauter Angst, und fŸhrten uns Ÿber den Hof, vorne rein auf die Diele - Herrgott!

Da lag eine Frau im Blut - vor ihr der Zimmermann, sein Messer in der Hand, und das Volk stand murmelnd herum - wir konnten uns denken was die dachten, - er ist schuldig!

Das ist der Mšrder, dieser AuslŠnder, und wir seine Helfer, diese verhungerten Jungs! Ich habe nie erfahren, was Ohnmacht war, so weit wie ich mich erinnere, doch wenn das dazu gehoert, da§ einem das Blut in den Adern stockt, so war ich nahe dran. -

Dann rief eine Stimme - es war ein Flachskšpfiges MŠdchen, noch ein junges Kind, ich hšre sie noch, die Stimme, und ich sah ihre Augen, voller Angst und TrŠnen - sie zeigte auf mein Gesicht und rief auf Plattdeutsch: "Dieser hat's nicht getan, das ist nicht mšglich, ach der arme Junge!"

Das war wenigstens ein Trost fŸr alle drei, alleine mal wieder deutsch zu hšren. - natuerlich sagte ich, die andern sind genau so unschuldig wie ich, unsere TŸr war mit dem Messer verschlossen, wir haben ruhig bis an den hellen Tag geschlafen.

Genug, wir wurden verhšrt, woher, wohin, unser Konsul wurde geholt, wir wurden beraten. Und es klŠrte sich auf, den TŠter hatte man gefunden, so wie ich hšrte, er war ein Mann, ein Geisteskranker. So waren wir frei und gleich bekannt in Ystadt, ja, wir wurden gehegt und gepflegt, besser wie zu Haus.

Natuerlich wurde das kleine MŠdchen meine Freundin. Sie war von Schleswig, war ein Waisenkind, hier wohnte sie bei Verwandten. - Und so lange mein Schiff nicht segelbereit, kam ich tŠglich, mit ihr deutsch zu sprechen und von zu Haus.

Ja Herr, und als wir endlich unter Segel waren und sŸdwŠrts steuerten durch den Kattegat, die Nordsee, den Kanal und weiter, immer weiter, bis zum Mittelmeer, Sie kšnnen ahnen, da§ ich so oft an Ystadt dachte wie an zu Haus.

Kurz um, es dauerte noch einige Jahre, doch als ich es soweit gebracht hatte, da§ ein Schoner mein Eigen war, habe ich das Schiff Marie genannt, dann nahm ich mir wieder vor den Kours noch einmal in Richtung nordwesten zu segeln, nach Ystadt hin, und holte mir die wirkliche Marie, meine kleine Blonde, dann meine liebe Frau. -

Doch mit unserer Fahrt damals im Mittelmeerhafen, meine erste Reise von Ystadt, wie ich schon sagte, mit Lachs und Heringen, da gab es noch tolle Erlebnisse. -

Wir segelten durch das Adriatische Meer, nach Triest, um womoeglich dort eine neue Ladung zu empfangen.

Das war so um die Zeit, verstehen Sie, lang her, Sie wissen damals, als Napoleon, der gro§e Spitzbube, der von Elba ausgekniffen war, es ist jetzt schon an die 60 Jahre her. Da lagen wir im Hafen von Triest. Ja was dann?, das konnten wir, und was ging uns das an? Ja, junger Mann, damals waren die Zeiten anders. Der ganzen Welt ging das was an, denn die Welt drehte sich um den herum.

Und als er floh, da lief die ganze Welt ihn nach, und wir, ja, wir lagen vor Triest, denn raus konnten wir nicht, der Hafen war gesperrt.

Und wir lagen dort rund 100 Tage, bis er wieder gefangen wurde.

Wir lagen dort wie auf der Faulenzer Bank, konnten keine Hand anlegen.

Dann bummelten wir, mein Kamerad und ich, mein Landsmann Kross, wir beide als dumme Jungs und richtige Floetzen trieben unsere Schande.

Das ist nichts fŸr Jungs, wenn es an Arbeit fehlt, das habe ich gelernt, die Faulheit fuehrt zum Laster.

Was wir betrieben, das war reiner †bermut, der juckte uns, so sagt man, wie Hafer dem Pferd.

Was Schlechtes moechte ich nicht sagen, aber auch nichts Rechtes.

Zum Schlechsten fehlte uns glŸcklicherweise das Geld, wir hatten keine Liren, hšchstens dann und wann fŸr Apfelsinen und dann nur die schlechte Sorte, am liebsten die verfaulten, davon fŸllten wir unsere Taschen, und mit der Schale.

Und was wir mit den letzten machten, die wir nicht mehr mochten, damit haben wir Unfug getrieben, ich sage nicht mehr, wei§ auch nicht mehr alles. Doch, bedenken Sie - natŸrlich wurden wir frei am Ende und gingen wieder auf See, langsam kamen wir wieder zur Vernunft, und wie ich schon sagte, inzwischen wurde ich Kapitain, hatte mein eigenes Schiff, und Frau und Kinder - die lagen schon in Erwartung, mich zu finden.

Es dauerte noch einige Jahre, da es wieder los ging hier in Schleswig Holstein, da kam ich rauf nach Kiel, es war 1864, als die Deutschen kamen und unser Herzog.

Da zogen wir stattlich durch die Strassen, sangen Schleswig - Holstein, lauthalsig, unser Psalm, der lange verboten war, wir haben getrunken und waren au§er Rand und Band, da waren wir Alten auch dabei, doch mit Vernunft.

Dann traf ich doch wahrhaftig den Kapitain Kro§, mein Kamerad von zu Haus [Fehmarn]. Ich kannte ihn gleich, er hatte eine Nase, die sich nie verŠndert hatte, obgleich ich ihn schon 50 Jahre nicht sah. Ich sagte: Guten Tag, Kapitain!

Er sagte:A Guten Tag!" Kennst Du mich nicht, Kross? "Nein, sagte er, nein!" kennst mich nicht, dein Kamerad?

Denke an die Fahrt mit Kapitain Unbehauen auf seiner Yacht nach Ystadt! "Nein, sagte er, nein!" Ich sagte, denk' an die Pflaumen! Aber es half nicht. Ich sagte, denk' an die Fahrten, die Taten die wir ausfŸhrten in Triest! Die verfaulten Apfelsinen! - "Keine Ahnung".

Nein, dachte ich, so eine LŸcke in der Seele! Ist es mšglich, Kristian?, sagte ich, Kristian Kro§, besinn' dich doch!, als wir die Blas-Rohren machten, aus Rheet das in dem Teich wuchs, in der NŠhe vom Hafen.

Wir gingen damit Ÿber den Fusssteg, hinten rauf, da hing ein Bild von einer Frau, sie war haesslich, man sagte sie wŠre die Mutter Gottes, woran wir uns Šrgerten, da brannte eine Tranlampe Tag und Nacht, Erinnerst du dich?

Da standen wir beide hinter der Ecke und schossen mit dem Blasrohr auf die Lampe, bis wir sie trafen.

Meinen Sie, junger Herr, da§ ein vernŸnftiger Mensch von siebzig [70] Jahren, die halbe Welt vergi§t und sein halbes Leben, da§ er einen alten Streich, so eine richtige Spitzbuberei, wo nur ein freier Junge drauf kommt, aus reiner Faulheit und †bermut, da§ er sich an so einen Streich erinnert, und freut sich noch darŸber, als wŠr es eine Heldentat gewesen?

Es ist schon richtig so! - "Ja, rief er, Junge, "Poett", - bist du es, mein Alter? - Wahrhaftig, ja, du bist es! Nun, wenn ich bedenke kann ich mich erinnern! Ja, damals waren wir jung!" -So war es, mein Herr.... Doch wenn ich es recht bedenke, ob ich es noch einmal mitmachen mšchte?, - Ich wei§ es nicht.

- Ende -

Übersetzung ins Hochdeutsche: E. Buegge-Wood 3096-1A Maryland Ave., Columbus, OHIO 43209

Heinrich «Schipper» Unbehauen

Captain Pštt or shipper Unbehauen

From the original low German by: Claus Groth, born 1819 in Heide/Holstein Germany. He was a teacher, later professor in Kiel, Germany - where he died in 1899. Low German Poet of ("Der Quickborn"). High German and English translation by: E. Bügge-Wood.

"From Ystadt you came?" asked an 'old captain', - that's what they called him and he looked like one; we met him in the ferry boathouse over a drink "grogg"- "From Ystadt! - You! - Sir, an educated man from Sweden! "And with a steamship!, - for scientific research! - Is it possible? Without any freight?, - and from Ystadt!" He rested his glass on the table in amazement. "Fishing for salmon, maybe?" he said, deliberately - He wouldn't believe what I told him about research, the entire Baltic Sea and it's coast lines, "that could bring no profit", we found out nothing with research, - what the sea hides, is a secret. "We can catch what lives below," said I. "Salmon catching, as I said is a thing," were his words, "salmon you can catch near Ystadt, is the right place, they're there, that's clear to me." And agreed on it. But his broad face, weather beaten and full of deep smallpox scars, said more I thought than: "I don't believe you, don't fool me," but friendly was he, thoughtfully the 'old captain' finished his drink and looked out the window over the Baltic Sea, as if he saw something, toward north west, far over the horizon, saying to himself: "Ystadt!" Have you been there, Captain?, I started up again asking, - about Sweden, and Stockholm - this interested him little, - but from Ystadt only - do you know the harbor, Captain Pštt? "Wether I know it you mean, young Sir?", was then his reply, and he turned around, as if returning from an awakened dream -: "Here, like my hand" - and while he showed me his left hand, that was colored like bark from an oak tree and the size of a large shovel - "so well do I know Ystadt! T'was my first trip." And now, like a sluice lock opening up, the conversation began: "That was my first trip, yes, it was different than going with a steamer! My first one it was, the worst, that I can remember, and also my best trip, going to Ystadt,- after years, when I brought my best freight home from there, that was my beloved wife. - How long ago can it be? - How long is she gone already?....

What I went through then was even worse," said the Captain, while remembering way back, it wasn't without grief, no, he laughed at last and said: "I can't think of that trip without remembering the smell of plums, dried prunes, you understand, mixed with the salt water. I still smell and taste that when I think about it. I will never forget it, no matter how old I get. My old man was a shipper, real old timer, and - that I had to become a shipper, yes, that was well understood, we all became shipper here near the Baltic Sea. It was alright with me. As soon as I was confirmed. There was just the question of charter-party and pay as well as the captain who was chosen.

My old man was well known in each harbor all along the Baltic Sea, knew all the ship builders and the shippers. For him it was easy to find a charter, a shipper to hire me, and also a good Captain, and, what was important to him was to find a good trip. Down to LŸbeck or up toward Kiel, that he meant was a joy ride for ladies, and not for a person who wanted to call himself a real shipper, and who would know what was really going on in the world. That's how I got hired as a young boy, of course - with a Captain from Fehmarn, he had a spanking brand new ship, built in Sweden, a schooner going to Ystadt, picking up freight, a load of salmon and herring, and taking it down to the Mediterranean Sea and later going to Triest. Myself and another comrade, an ordinary seaman and a carpenter, a man from the Faeroe islands, I forgot his name, Kross was the name of the other fellow, the ordinary seaman - we three went with the "Captain

Unbehauen", on his ship one morning out to sea. It was in May, we had an eastern breeze and sailed the course north northwest, right in line to Ystadt, Sweden, then Schonen.

Three days it would take, thought Shipper

Unbehauen at the most it would take four days, for this ship was a sailboat, he told us and among others a real master piece, built by the old Conradis, and now the sons have taken over the large shipyard near the castle in Kiel, close behind the Kattendor. Yes, those were the real masters! And this was a yacht like they don't make them anymore.

We sailed like running a race. And we, the other three, were already on the lookout for Ystadt and then Schonen. - But it all changed! The wind changed course, first the sails hung but then they started to flap, vision became foggy, the sea turned rough and gray: then it came, a real northwestern storm, you may know of it, when hail drifts, like needles coming down and our poor yacht, started hopping like dancing to music. That is sad entertainment, Sir, that kind of dance is hard if you've never experienced it, and the salt water in and out, salted herring, out and in, for our poor stomach turned inside out, yes I can still smell it, when I just think about it - and it turned so cold it drove you to despair, we had to cross, and

Unbehauen, frozen to a blue point, called out his command like Gabriel blowing his horn: cross over! He had an ugly poodle with him on board, a fierce hound, a real man hater, his hut was near the speaking tube, made of boards. The beast howled and barked, I couldn't understand how he endured the twenty-three days! And when a storm came - he went into his hut!, whining and growling, as soon as it was over he came out barking. God forgive me, it was a trip through Hell! Even at night!, I hated to think of drowning in your sleep, that must be awful! Then came the hunger in our young stomach, we acted like young wolves! Eating halve cooked peas, and rancid bacon, moldy bread and anything else we could eat - it all went down like death overcomes a sinner. But soon we ran out of food, and Unbehauen kept, what he called food, locked up. Food was rationed, a portion as big as a thimble from the cooler. No, the way we felt, we could eat shoe soles and mistake them for beefsteak I, as the youngest, laid down most of the time. I dragged around on ship, crawled into my bunk, sniffed, hoping to find food. I could have eaten rats if they were to be found. Suddenly a smell came toward me, like the one I smelled in the store when I was there, - sure enough it was that smell - I could smell prunes! - Just like the mouse who smells the bacon, that=s how I found the sack, I laid down on it, like a fly sits near the sirup, the seam was easy to open, and I ate, - I filled up on plums, can't even describe it!, nothing ever tasted any better as long as I can remember! And if I had, - of course it never happened, - a sack full of money - this sack of prunes I wouldn't trade for purest Gold. Well, everything comes to an end, we finally landed, halve alive with our ship in Ystadt. But before we landed, I crawled into the room - and filled my pockets full of prunes, since then I have such a taste for them. Then we three wandered off with our knapsack, said good bye to the shipper

Unbehauen, straight into Ystadt to our quarters - I must tell you, what a small house with a stable in the rear, and in the stable a whole in the wall, that was ours. The carpenter threw his sack down and took off his boots, and what do you know, Sir?, - his boots were filled with prunes, just like my pockets! He also developed a taste for prunes, just like me. What we didn't like was their tast of speech, nobody understood us, and we didn't understand them. It sounded as if they sang one melody, our thought and speech was just about hunger and nothing else. But we got food, even if it was plain; and no taste to it. We ate everything in sight, we swallowed the fish with the bones, the cheese with the rind, even the bacon rind, until it was all gone and we returned to our lodging, the whole in the wall, a corner in the stable. The carpenter said, when he tried the door,- oh, no, robbers, - we have no key! Here with people who can't speak but only sing, we can't understand them. Then he took his switch blade knife and locked the door with it, nobody could enter, only with extreme force. The three of us laid ourselves to rest, yes we slept just as if angles sang us to sleep, the loudest trumpet could not wake us up. And yet, while we were sleeping like badgers, - what was that,- who knocked and pounded on our door? We all jumped to our feet, naturally we thought they were robbers; these people were different, they sang instead of speaking, in fear we grabbed hold of just anything. We heard it knocking and a voice yelled that sounded like: open up!, it seemed like the law or the police!, So we decided it necessary to open up, the carpenter pulled the switch blade knife, the door opened, and in the morning mist?, - what stood in front of the door? - Dear God, yes such a fright for us young boys, in a foreign land, where nobody could understand us! If they would have been robbers it couldn't have been any worse, - soldiers stood outside, rifles in their hands, and the people behind them, nosy and sleepy headed. We were commanded with words and signs to get out!, - the poor carpenter in front, holding his switch blade still in his hand, out of sheer fear, - and led us into the yard, to enter the stable in front, dear lord, there laid a woman dead in her own blood, the carpenter stood there with his knife in his hand, and the people stood around whispering - we could imagine what they were thinking of us foreigners, there is the murder and we were his helpers, these starving boys! I never knew what fainting was like, as long as I lived, but if it meant that your blood stops flowing, then I was close to it. - Suddenly we heard a voice calling - it was a blond girl, still a child, I hear her still, and I saw her eyes, full of fear and tears - she pointed to my face and called out in low German: "This is not the person who did it, impossible, the poor boy." This was quite a relief for all of us, just alone to hear German spoken! - Of course, I said, the others are just as innocent as I am, our door was locked with the knife and we slept quietly until the early morning. Finally, we had our hearing, where are you from and where did you go? Our councilor was called and we were represented. In the end they found the killer, I heard he was a mental case. Now we were free and immediately well known in Ystadt, yes, we were fed and well taken care of, better than at home. Naturally, the little girl became my girlfriend, she was from Schleswig, an orphaned child, living here with relatives. And as long as we didn't sail, I visited daily, spoke German and about home with her. Yes sir; and when we finally were sailing again, steering southward through the Kattegat, the North Sea, the channel and so on, further down, to the Mediterranean, you can guess, how often I thought about Ystadt, - as much, as I thought of home. To keep this short, it took several more years, but when I had finished and owned my own schooner, I named my ship Marie, then I decided to steer northwest, sailing toward Ystadt, and fetch the real Marie, my little blonde, then my beloved wife. Yet with our trip to the Mediterranean harbor, my first trip to Ystadt, as I already told you, loaded with salmon and herring, we experienced many adventures.- We sailed through the Adriatic Sea, toward Triest, to receive a new load of freight. That was at a time, well, long ago, you know at the time when Napoleon, the great thief, who escaped from Elba, now that has been already sixty years. Then we were in the harbor of Triest. And then?, well, it was really none of our concern and yet it was, yes Sir, in those days it was different! The whole world was concerned about Napoleon. And when he escaped, the whole world was sympathetic with him and trying to follow him. And - we were stuck in Triest, we could not move, the harbor was locked. And we laid there for about hundred [100] days, until they imprisoned Napoleon again. We were resting there like lazy bones, with nothing to do. There we bummed around, my comrade and I, my buddy from Fehmarn, Kross, we two stupid boys and full of mischief did our share of tricks. It isn't good for boys when they have no work, that I have learned, laziness leads to trouble. What we were up to was nothing but trouble, that irritated us, like what oats does to horses. We didn't really do any evil but at the same time nothing any good. To do anything real bad, we luckily had not enough money. We just had enough Lyres to buy some oranges and then only the cheap kind, we preferred the half rotten ones, of those we filled our pockets, with the skins. What we did with the left overs was nothing but mischief. I don't want to tell it all, I don't really remember it all. Just think, we naturally were free to go back to sea, and slowly turned back to normal, and as I said, I became captain and had my own ship, as well as wife and kids - they had been looking and waiting for us. It wasn't very long, just a few years, when things happened again in Schleswig Holstein, I was going up to Kiel, it was in 1864, when the Germans came and our duke. That's when we marched through the streets, singing our Psalm, "Schleswig-Holstein" loud and proud, we were not allowed to sing it for a long time. We were all drinking and full of pride, even us older men were along, but with respect. That's when I truely ran into Captain Kross, my old comrad from home, [Fehmarn]. I knew him right away, he had a nose that never changed much, although I hadn't seen him for fifty [50] years. I said: Good day, captain! He said: "Good day!" Don't you know me, Kross? "No, said he, no!" Don't you know me, your old buddy? - Think of the trip with Captain

Unbehauen on his new ship to Ystadt! "No, said he, no!" - I said, think of the plums! But it didn't help. I said, think of the trip, und our mischief we did in Triest! The rotten oranges! - I have no idea said he. No, I thought, what a memory loss! Is it possible, Christian?, said I, Christian Kro§, try to remember!, when we made the blow guns, out of the reed that grew in the pond near the harbor. We went along the walk, through the back row, there hung a picture, very ugly, they told us it was the God mother, it made us mad, and nearby burned an oil lamp night and day, don't you remember? We both stood behind the corner and shot with our blow gun into the lamp, until we hit it? Do you, Sir, believe, that a normal man at the age of seventy [70], can forget halve the world and his own life?, that he can forget all the mischief of his youth, when he was free and had nothing else to do, but live a lazy life in insolence, and happily relives the moments, and enjoys it again as if it was a heroic deed? Well, it's alright! - "Yes!, he recalled, "boy, Poett"!, - is it you, old man? - Surely, that's you! Yes, I do remember now,- then we were young!" And so it was, Sir, but when I really remember, would I go through all that again?, - I really don't know.

- The End -

Translated: E. Bügge-Wood Bügge-Wood Translation 3096-1A Maryland Ave. Columbus, OH 43209

 

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